Fachwissen

Erfolgreich Aufladen: Tipps zur elektrostatistischen Fixierung

Erfolgreich elektrostatisch Aufzuladen ist ganz einfach. Sofern einige wichtige Punkte beachtet werden. Die nachfolgenden Hinweise unterstützen Sie im erfolgreichen Arbeiten mit Aufladesystemen - damit der sicheren Fixierung der Materialien innerhalb ihres Produktionsprozesses nichts im Wege steht.

Grundsätzlich: Elektrostatische Entladung vor der Aufladung!

Zum erfolgreichen elektrostatischen Fixieren gehören das Aufladesystem, das aufzuladende Material, eine Gegenelektrode für das zum Aufladen notwendige Gegenpotential sowie das elektrostatische Neutralisieren der aufzuladenden Materialien. Es sollte vermieden werden, dass das Aufladesystem erst unnötigerweise undefinierte, vom Material mitgeschleppte Ladungsfelder eliminieren muss, um dann gezielt Ladung aufbringen zu können. Die Qualität der elektrostatischen Fixierung kann hierdurch drastisch eingeschränkt werden. Das Ionisationsgerät zur Beseitigung dieser undefinierten Ladungsfelder sollte in gebührendem Abstand (mindestens 100 mm) zur Aufladeelektrode installiert werden. So wird vermieden, dass das elektrostatische Entladungssystem die gezielte Aufladung beeinträchtigt.

Geeignetes Material

Zur elektrostatischen Fixierung geeignetes Material muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Es sollte isolierend, nicht elektrisch leitfähig sein
  • Es sollte trocken, sauber, öl- und fettfrei sein
  • Es darf nicht leitfähig beschichtet sein
  • Es sollte nicht zu hochvoluminös, nicht zu dick sein
  • Es sollte einen geringen Lufteinschluss haben
  • Es sollte geringe Rückstellkräfte, Aufrollkräfte haben
  • Sofern es elektrisch leitfähig ist, darf es keinen Kontakt zum Gegenpotential haben
  • Sollte es mit elektrisch leitfähigen Farben oder Lacken bedruckt, beschichtet sein, dürfen diese ebenso keinen Kontakt zu einem Erdpotential haben. Dies besonders nicht an der Schnittkante, wenn die bedruckten, beschichteten Flächen angeschnitten sind

Tipps zum Einbau und zur Verwendung der Aufladeelektroden

  • Die Aufladeelektroden müssen geschützt vor jeglichem Zugriff installiert werden
  • Kurzschlüsse und Funkenüberschläge sind zu vermeiden. Hierdurch können die Aufladeelektrode selbst sowie das Material und die Produktionsanlage Schaden nehmen
  • Vor der Aufladung elektrostatisch Neutralisieren
  • Der Abstand der Aufladeelektrode zum Metall muss größer sein, als der Abstand zum aufzuladenden Material bzw. der Gegenelektrode
  • Der Abstand der Aufladeelektrode zum aufzuladenden Material sollte ungefähr zwischen 15 mm und 100 mm betragen. Je größer die Distanz, umso höher wird die notwendige Spannung
  • Die Befestigung der Aufladeelektroden sollte immer mit Kunststoff-Halteelementen erfolgen. Diese werden speziell von HAUG angeboten
  • Die Aufladeelektroden sind immer sauber zu halten. Verschmutzung kann zum Kurzschluss und Funktionsausfall führen
  • Leitfähige Chemikalien oder Wasser dürfen nicht mit der Aufladeelektrode in Berührung kommen
  • Entzündliche Stoffe dürfen nicht in die Nähe er Aufladeelektrode gebracht werden. Der Einsatz der Aufladesysteme in explosionsgefährdeten Bereichen ist unzulässig
  • Die Gegenelektroden sollten gesondert von der Anlagenelektronik geerdet werden
  • Die Aufladespitzen sind Verschleißteile. Sie sollten nicht stumpf werden. Kurzschlüsse und Funkenüberschläge führen zum Abbrennen der Aufladespitzen

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