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Was wir aus der Corona-Krise lernen können

Die FAST Automotive Group, eine Gemeinschaft europäischer Automobilzulieferer entwickelte gemeinsam mit ALBIS Gesichtsschutzvisiere, die während Corona in Krankenhäusern, Arztpraxen und Schulen eingesetzt werden. Luc van Neer, CEO von FAST, erzählt im Interview mehr über dieses interessante Projekt.

Die FAST Automotive Group entwickelt und fertigt normalerweise innovative Produkte für die Automobilindustrie. Während der Corona-Krise nutzte die Gruppe ihr Partnernetzwerk, um die Bekämpfung des Virus zu unterstützen. Mit Partnern wie ALBIS und großer Begeisterung hat sie auf Non-Profit-Basis Gesichtsschutzvisiere entwickelt und hergestellt. Im Interview erzählt Luc van Neer, CEO von FAST, mehr über das Projekt.

 

1. Gesichtsvisiere gehören nicht gerade zu Ihrem Kerngeschäft. Bitte erzählen Sie uns, wie Sie auf die Idee zu diesem Projekt kamen.

Das stimmt, normalerweise entwickeln und fertigen wir innovative Produkte für die Automobilindustrie. Als vor einigen Wochen die Corona-Pandemie nach Europa kam, zeigte uns einer unserer Partner eine 3D-gedruckte Version einer Kopfhalterung für ein Gesichtsschutzvisier. Allerdings ist die Tageskapazität beim 3D-Druck relativ gering. Daher dachten wir, wir könnten diese Kopfhalterung schneller herstellen, wenn wir dafür ein Spritzgusswerkzeug anfertigen. Die bot uns die Gelegenheit, den gemeinsamen Kampf gegen COVID-19 zu unterstützen. Das war auch unser Grund, dies zu tun, ohne damit Gewinne zu erzielen.

 

2. Wer benutzt die Visiere?

Wir haben zuerst vor allem verschiedene Einrichtungen im Gesundheitsbereich beliefert, wie Krankenhäuser, Zahnärzte, Physiotherapeuten und Sportärzte. Daneben haben wir auch Schulen und Sportvereine beliefert. In der Zwischenzeit wurden wir von Unternehmen aus der Automobil- und Chemiebranche angesprochen, die unsere hochwertigen Gesichtsschutzvisiere benötigten, um ihre Produktion wiederaufnehmen zu können.

 

3. Wie haben die Partner zusammengearbeitet, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen?

Das war wirklich großartig. Jeder war sehr enthusiastisch bei der Sache und wir arbeiteten fast Tag und Nacht an sechs Tagen in der Woche, um dies zu erreichen. Die Technik ist nicht wirklich kompliziert, aber unsere eigentliche Leistung war es, dass wir die Gesichtsschutzschilde in weniger als drei Wochen (von der ersten Idee bis zum Versand an die Anwender) und mit hervorragenden Ergebnissen in Bezug auf die Qualität entwickelt und hergestellt haben. Das ist nur mit sehr kompetenten und engagierten Partnern möglich.

 

4. Kann man etwas Positives aus der Corona-Krise lernen? Gibt es etwas, das wir als Industrie oder Gesellschaft tun müssen, um es künftig besser zu machen?

Die Corona-Krise hat eine bereits angelaufene Veränderung verstärkt und uns gelehrt, dass wir die Art und Weise, wie wir unsere Unternehmen und sogar unsere Gesellschaft leiten, neu überdenken müssen. Wir dürfen die Veränderungen nicht als selbstverständlich betrachten. Globalisierung ist gut und bietet uns allen große Chancen, aber wir müssen mehr auf die Menschen und die Erde achtgeben.

FAST wurde aufgrund der Idee gegründet, dass nicht nur die Automobilindustrie, sondern die gesamte Gesellschaft eine Zeit wirklicher Veränderungen durchläuft, und die Corona-Krise wird sich beschleunigend auf diese Veränderungen auswirken. Wir meinen, dass das beste Preis-Leistungs-Verhältnis nicht durch Kostensenkung und Produktion in Niedrigkostenländern erzielt wird, sondern dass wir stattdessen Ineffizienzen bei unseren Abläufen beseitigen und die Anwendung aus Systemperspektive betrachten sollten. Wir meinen auch, dass wir Partner benötigen. Und dies noch dringlicher, wenn sich neue Technologien so schnell entwickeln.

 

5. Inwiefern waren das Know-how und die Produkte von ALBIS bei der Entwicklung dieses Projekts hilfreich?

ALBIS hat uns hervorragend unterstützt, indem sie die richtigen Materialien sowohl für das transparente Visier als auch für die Kopfhalterung fanden. Für beide galten völlig unterschiedliche Anforderungen und es gab keine festgelegten Spezifikationen. Wir haben uns auf die Erfahrung und das Know-how von ALBIS sowie von Polyscope Polymers (unserem anderen Materialpartner bei FAST) verlassen und das hat sich bewährt. Unsere Kunden gaben uns ein großartiges Feedback zu unseren Gesichtsschutzschildern und zeigten ihre Zufriedenheit, indem sie sie wiederholt neu bestellten. In kürzester Zeit hatten wir alle Rohstoffe am Standort unseres Herstellungspartners zur Verfügung und konnten sofort mit der Massenproduktion beginnen.

 

Erfahren Sie mehr über dieses Projekt und weitere spannende News rund um Albis in unserem Blog.