Elektrostatik bei frisch gespritzten Kunststoffteilen

Die Probleme mit der Elektrostatik beginnen mit dem Entformen des Spritzgussteils, treten beim Transport und in Sammelbehältern auf und reichen bis zur späteren Endbestimmung. Lesen Sie hier, wie die Probleme bei den verschiedenen Prozessschritten Ionisationssysteme gelöst werden können.

Beim Entformen

Problem: Während des Entformens bleiben die Teile durch ihre elektrostatische Ladung amSpritzgusswerkzeug oder dem Auswerfer kleben. Sie fallen nicht aus demWerkzeug heraus, das Werkzeug schließt erneut und quetscht das Teil ein. Dabei wird das Teil zerstört und eventuell das Werkzeug beschädigt. Besonders anfällig für diese Art Problemsind leichte, kleine Teile aus isolierendemKunststoff.

Lösung: Eine Luftschleuse, über demSpritzgusswerkzeug bzw. seitlich angebracht, schickt einen ionisierten Druckluftstoß über die Teile während das Werkzeug geöffnet und die Teile ausgestoßen werden. (siehe Bild / Grafik 2)

 

Bei der Entnahme mittels eines Handlingsystems

Problem: Soll das Teil in einer definierten Position auf ein Transportband abgelegt, einer Verpackung oder einemweiteren Verarbeitungsschritt zugeführt werden, wird es von einemGreifer oder Sauger aus demWerkzeug genommen. Diese Greifer oder Sauger sitzen am Ende eines Roboterarms, demHandlingsystem. Haben die Spritzgussteile kaum Eigengewicht, bleiben sie an diesem Greifer hängen und können irgendwo undefiniert hinfallen.

Lösung: Wenn das Werkzeug öffnet, sieht man nur eine Seite des Teiles, die andere steckt
noch in der Form. Die sichtbare Seite kann zuerst entladen werden. Dafür genügt ein leichter Stromionisierter Blasluft von ca. 0,3 bis 2 bar Druck, je nach Entfernung zwischen  dem Luftaustritt und demTeil bzw. den Teilen. Das Handlingsystementnimmt die Teile. Nun tritt die verbliebene Ladung der vorher noch verdeckten Seite zu Tage. Hierzu wird eine weitere Luftschleuse irgendwo quer zumTransportweg des Handlings angebracht. Die Teile werden,
mit der noch geladenen Seite der Luftschleuse zugewandt, vorbeigeführt und sind anschließend komplett entladen.
(siehe Bild / Grafik 4)

 

Nach dem Entformen, demAuswerfen

Problem: Werden die geladenen Teile von den Auswerfern aus demWerkzeug herausgeschoben und schaffen es auch dort herauszukommen, ist die Gefahr noch nicht vorbei. Sie können an allen anderen Maschinenteilen unter demWerkzeug,
auf ihremFallweg zumTransportband oder in einemSammelbehälter kleben bleiben. Nach kurzer Zeit ist der Innenbereich der Maschine voll mit klebenden Teilen.

Lösung: Eine Luftschleuse über demSpritzgusswerkzeug schickt einen ionisierten Druckluftstoß
zwischen die offenen Werkzeughälften, nachdemdie Teile herausgefallen sind (siehe Bild / Grafik 2).

 

Auf dem Transportband

Problem: Das Transportband sollte dafür sorgen, dass die Teile unbeschadet aus der Maschine heraus den Sammelbehältern zugeführt werden. Bleiben sie durch Ladung am Transportband hängen, fahren sie endlos auf dem Band. Die Elektostatik und damit die Klebkraft, die die Teile am Band hält, lässt im Laufe der Zeit nach. Dann fallen die Teile meist auf den Boden.

Lösung: Eine Luftschleuse wird dort über dem Band angebracht, wo die Teile in die Sammelboxen fallen sollen. Der austretende Luftstrahl sollte tangential am Band vorbeiblasen. Ein Teil der Luft sollte auf das Band treffen, der andere in den Sammelbehälter strömen. Der Luftdruck sollte stärker eingestellt werden, wenn die Teile vomBand gelöst werden müssen (siehe Bild / Grafik 3).

 

Im Sammelbehälter

Problem: Jedes einzelne Teil bringt etwas Ladung mit in den Sammelbehälter, die zunächst nicht stört. Aber viele hundert oder tausend Teile, deren Ladung sich praktisch zu einem Kondensator summiert hat, "strahlen" ein starkes Feld aus. Die Teile bleiben an der Innenwand
des Behälters kleben. Sie ziehen zusätzlich in der Raumluft vagabundierende Stäube, Partikel an. Kommt jemand dieser "geladenen" Kiste zu nahe, dient er als Blitzableiter.

Lösung: Eine Luftschleuse bläst einen leichten Stromionisierter Blasluft in den Sammelbehälter. Umdas Ladungsniveau im Behälter niedrig zu halten, kann mit geringemLuftdruck gearbeitet werden. Die Höhe des Luftdruckes ist so einzustellen, dass man amBoden des Sammelbehälters noch einen leichten Hauch der strömenden, ionisierten Blasluft bemerkt.

 

Bei der Weiterverarbeitung

Problem: Durch Elektrostatik werden Partikel angezogen, die somit die Oberfläche kontaminieren.  BeimBedrucken, Lackieren, Beschichten, Metallisieren oder der Verwendung in sensiblen Systemen führt diese Verunreinigung zu Oberflächenfehlern oder zu Störungen.

Lösung: Die Oberfläche der Teile komplett mit ionisierter Blasluft entladen. Anschließend unbedingt vor Verschmutzung schützen.

Weitere Informationen
Produktgruppen:
Peripherie, Produkte für Kunststoffverarbeitung
    Ionisierung

Anwendungsbereich:
Kunststoffverarbeitung

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