KraussMaffei produziert Teile für Gesichtsschutzmasken

Der Bedarf an Schutzausrüstung ist derzeit weltweit riesig. Auf diesen Mangel hat KraussMaffei reagiert und ist kurzerhand in die Produktion von wiederverwendbaren Gesichtsvisieren sowie Masken eingestiegen. Mehrere Krankenhäuser in Hannover konnte KraussMaffei damit bereits unterstützen.

Die Visiere ergänzen die Schutzausrüstung von medizinischem Personal und Menschen, die bei ihrer täglichen Arbeit intensiven Publikumsverkehr haben. Das wesentliche Bauteil ist eine stabile, transparente Folie, die mit gängigen Mitteln desinfizierbar ist. Sie ist undurchlässig für Tröpfchen und verhindert zudem das Berühren des Gesichts mit den Händen. Mehrere Krankenhäuser in Hannover konnte KraussMaffei damit bereits unterstützen.

 

Schnelle und unbürokratische Hilfe

"Wie viele andere Unternehmen und Privatpersonen wollen auch wir helfen, denn Schutzausrüstungen werden dringend benötigt. Um den steigenden Bedarf zu decken, entschieden wir spontan regionale Krankenhäuser, Altenheime oder Pflegedienste mit Schutzvisieren für das Gesicht zu unterstützen. Derzeit haben wir drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Herstellung freigestellt. Sie produzieren ca. 120 Visiere wöchentlich, rund um die Uhr, auch am Wochenende stellen unsere 3-D-Drucker Halterungen her", berichtet Matthias Sieverding, President des Segments Extrusionstechnik der KraussMaffei Gruppe. "In unserem Technikum, wo Extrusionsversuche unter realistischen Produktionsbedingungen stattfinden, haben wir mit unserem Know-how eine transparente Folie für die Visiere hergestellt", freut sich Sieverding über das Engagement der KraussMaffei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Einfacher Schutz gegen Tröpfcheninfektion

Die Visiere bestehen aus 5 Teilen: Eine 3-D-gedruckte Halterung aus Hartkunststoff, ein Gummiband, mit dem man sie am Kopf befestigt, eine transparente Folie und zwei Schrauben, die die Folie an der Halterung festklemmen. Die Gesichtsvisiere sind zwar kein Ersatz für einen Mundschutz, der zusätzlich getragen werden muss, schützen aber insbesondere die Augen, über die durch Tröpfcheninfektion ebenfalls Erreger in den Körper eindringen können. Das Visier ist wechselbar und kann mit heißem Wasser gereinigt und üblichen Sprühlösungen desinfiziert werden.
  
"Die Visiere, die wir herstellen, sind nicht zertifiziert. Unsere Intention ist es auch nicht Großabnehmer zu beliefern, sondern die kleinen Institutionen, von nebenan. Sie sind auf Masken angewiesen, bekommen aber derzeit nur sehr schwer welche", sagt Sieverding. "So lange der Bedarf da und der Aufwand vertretbar ist, machen wir bei KraussMaffei weiter."

 

KraussMaffei-Standort Sucany produziert Maskenvorrichtung im Kundenauftrag

Der Standort Sučany produziert seit Anfang April für einen slowakischen Kunden einen wichtigen Teil der Kunsstoffmasken Damit die gebogene Kunststoffscheibe aus PVC oder Plexiglas am Kopf befestigt werden kann, ist eine spezielle Vorrichtung nötig, ein Bügel aus Kunststoff. Dieser wird momentan am slowakischen KraussMaffei-Standort auf der PX160-750 produziert und trägt dazu bei, dass zahlreiche Personengruppen mit dem Gesichtsschutz ausgestattet werden können.

 

15.000 Kunststoffbügel am Tag

Martin Štěpánek, Werkleiter am Standort Sučany, erklärt: "Wir können bis zu 15.000 Kunststoffbügel pro Tag produzieren. Der Zusammenbau der Maske erfolgt dann beim Kunden."
 
Die Firma i2-industrial innovations, die sich auf Protoyping und 3D-Druck spezialisiert hat, ist Kunde des slowakischen KraussMaffei-Vertreters Kubousek. Oft werden die Masken in Kombination mit Mund-Nase-Masken getragen, um ein Infektionsrisiko über Schleimhäute weiter zu reduzieren.

 

Text: Andreas Weseler

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Foto von  Michael Furlan

Michael Furlan

KraussMaffei (Schweiz) AG