Showcase 29. September 2017

Phenolharz-Composites für schwerbrennbare Strukturteile

Phenolharze bieten hervorragende thermische Eigenschaften und sind daher interessant für Leichtbau-Anwendungen mit höchsten Brandschutz-Anforderungen.

Verschärfte Vorschriften bezüglich Brennbarkeit und Rauchgas zwingen verschiedene Branchen in den nächsten Jahren, neue Lösungen zu entwickeln, welche beispielsweise auf alternativen Rohmaterialien beruhen. Phenolharze sind seit langem bekannt und werden zum Beispiel in der Flugzeugindustrie (Innenausbau) eingesetzt. Sie zeichnen sich durch hervorragendes thermisches Verhalten aus und können damit höchste Brandschutznormen erfüllen, die mit anderen Harzsystemen kaum zu erreichen sind. Die Verarbeitung dieser Produkte erfolgt heutzutage aber häufig im aufwändigen und teuren Prepreg-Verfahren.

Eine Möglichkeit, die Herstellungskosten zu senken aber dennoch hochqualitative Bauteile herzustellen, ist der Einsatz von Infusions- oder Injektionsprozessen Diese Herstellungsverfahren sind für andere Harzsysteme, wie z.B. Epoxid- oder Polyesterharze, bereits erfolgreich im Fahrzeugbau etabliert. Das als RTM-Verfahren bekannte Harzinjektionsverfahren wird vor allem für strukturelle Bauteile mit hohem Faservolumengehalt eingesetzt. Das prozesstechnisch etwas einfachere Harzinfusionsverfahren ist besonders für grosse Bauteile, wie bspw. im Schiffsbau oder Schienenfahrzeugbau, geeignet.

Im Rahmen eines durch die KTI (Kommission für Technologie und Innovation) geförderten Projekts wird die Herstellung von Phenolharz-Composites im Harzinfusions- und Harzinjektionsverfahren untersucht, um strukturelle Komponenten (kosten-)effizient herstellen zu können. Mit den Partnern Gremolith und Faserplast Composites werden vorerst Aussenbauteile für die Schienenindustrie umgesetzt – die Technologie lässt sich aber leicht auf andere Anwendungen übertragen.

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Forschung und Entwicklung
    Anwendungsentwicklung

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IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung

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Prof. Dr. Gion Andrea Barandun

IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung

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